BUCH: ENDLICH EIN ZUHAUSE

BUCHBESCHREIBUNG

In sehr persönlichen Worten erzählt Sabine Runkel von ihrem bewegten Leben mit ihren neuen Lebensgefährten aus dem Tierheim, den Mischlingshunden Bruno und Jackson, berichtet Lustiges und weniger Lustiges, verschweigt nicht die anfänglichen Schwierigkeiten und zeigt auf, wie sie und ihr Mann es mit viel Liebe, Geduld und Zeit geschafft haben, den Tieren ein liebevolles Zuhause zu geben.

Die Erlebnisse und Abenteuer, die die Tiere mit ihren Menschen – und umgekehrt – erleben, werden humorvoll, witzig, aber auch nachdenklich geschildert.

Als schließlich noch ein verletzter Kater im trauten Heim auftaucht und um Aufnahme in die Familie bittet, setzt dies den turbulenten Ereignissen die Krone auf.

LESEPROBE

Nachdem wir unseren so innig geliebten Hund “DAVID“ durch Altersschwäche im Alter von 15 ¼ Jahren verloren hatten, dachten wir unsere Welt bricht zusammen. Wir wussten nichts mit uns und unserer Zeit anzufangen, bis zu dem Tag, als ich zu meinem Mann sagte: “Komm, wir schauen Mal in das Schwebheimer Tierheim, ob da nicht ein neuer Weggefährte auf uns wartet. Wir schauten uns einen kleinen Welpen an, der gerade erst dort angekommen war an, aber wir spürten beide, dass dieser kleine Kerl nicht das war, was wir suchten und ein kleiner Welpe hat es nicht so schwer ein neues Zuhause zu finden, wie ein größeres, oder älteres Tier. Mein Mann wollte wieder gehen, doch ich meinte, dass wir doch wenigstens mal durchlaufen könnten. Jeder von uns ging seinen Weg und wir verloren uns aus den Augen. Plötzlich blieb ich wie erstarrt stehen...

DA WAREN SIE! Ja, ihr habt richtig gelesen "SIE", das bedeutet, zwei bildhübsche Mischlinge und wonach ich gleich geschaut habe,... ja, es waren Rüden! Ich weiß auch nicht warum, aber wir wollten ganz einfach kein Weibchen, ist wohl so, weil unser David auch ein Rüde war und wir mit ihm gute Erfahrungen gemacht hatten.

Da sind sie nun, “BRUNO und JACKSON“, ein Bruderpaar. Sie sind am 27. August 1998 geboren, genau am gleichen Tag und Monat wie unser David und sie sind am Geburtstag meines Mannes, dem 02. Oktober, im Tierheim abgegeben worden. Wenn das kein Zeichen war.... Ich sah in diese Augen, den Augenblick werde ich nie in meinem Leben vergessen. Es waren Augen der Hoffnung und des Erwartens, tiefgründig, treu und so lieb. Sie schauten mich von unten herauf an und ich war in diesem Moment verzaubert.

Ich kniete mich nieder und sie kamen gleich beide her und drückten sich an die Gitterstäbe, um ein paar Streicheleinheiten zu erhaschen. Vorsichtig streckte ich meine Hand aus und langte zaghaft durch die Stäbe, um sie noch etwas vorsichtig und mit Respekt zu kraulen. Ich wusste ja nichts über die Tiere und da ist es schon besser, wenn man vorerst etwas zögerlich ist. Auf diesen Zetteln, die an der Türe hängen, stehen ja auch nicht besonders viele Angaben über das Tier drauf, meistens nur der Name, das Geschlecht, das Alter und der Einlieferungstag.

Mein Blick schweifte suchend im ganzen Gelände hin und her, wo ist denn nur mein Mann abgeblieben? Ganz ungeduldig schaute ich mich um, aber ich sah ihn nicht, also widmete ich mich wieder den beiden Hunden zu und als sie merkten, dass mein Blick wieder auf sie gerichtet war, schmiegten sie sich schwanzwedelnd an die Gitter. Endlich kam mein Mann um die Ecke und ich rief ihm gleich aufgeregt zu: “Mäuschen, schau doch mal, das sind sie!“ Diese oder keine! Mein Mann meinte, ob ich mir wirklich sicher bin, dass wir uns zwei so große Hunde holen wollten? Es gab kein zurück mehr, die “Liebe auf den ersten Blick“ hat zugeschlagen, genau wie das bei uns war, als wir uns kennen lernten. Daraufhin konnte mein Mann auch nicht anders, vor allem weil Bruno ihm auch gleich seinen Ball durch das Gitter geben wollte und stimmte zu, dass wir Bruno und Jackson bei uns ein neues Zuhause geben würden.

Um aber nichts zu überstürzen, beschlossen wir mit den beiden einen Spaziergang zu machen. Wir riefen den Tierbetreuer zu uns und baten ihn Halsbänder und Leinen zu bringen, wir wollen mit diesen Hunden gerne mal spazieren gehen. Freundlich entgegnete uns der Mann, dass das doch zwei Prachtexemplare wären und er es auch nicht verstand, dass die zwei noch im Tierheim sind oder überhaupt abgegeben worden sind. Er meinte halt noch, dass es eben nicht so einfach wäre zwei so große Hunde auf einmal zu vermitteln und die beiden unbedingt zusammen bleiben müssten. Irgendwie hörte ich das alles nur wie durch einen Nebel, ich konnte meinen Blick nicht mehr von diesen Augen lassen.

Endlich war es soweit und die Halsbänder und Leinen waren angelegt. Als erstes schoss der etwas kleinere, “Bruno“ aus dem Zwinger und mein Mann griff nach der Leine und schwups, schon war er weg. Ich bekam dann den etwas größeren, den “Jackson“. Mir ging es aber nicht anders, kaum hatte ich die Leine in der Hand musste ich schon rennen um den Hund nicht zu verlieren. Schnell wie der Wind hatte ich meinen Mann eingeholt und wir haben vor Freude gelacht und gejauchzt. Man kann es sich nicht vorstellen, in diesem Moment fiel die Trauer um unseren David das erste Mal etwas ab und wir genossen es den Hunden hinterher zu rennen.

Die beiden interessierte es allerdings nicht sonderlich, ob da einer am Ende der Leine hängt, für sie war es nur wichtig, raus, weg und Pippi machen. Nach zwei Stunden waren wir richtig fertig, müde und ausgepumpt. Wieder im Tierheim mit hochrotem Kopf angekommen, nahm der Mann uns die Hunde ab und musste sie mit Gewalt in den Zwinger zurück bringen. Sie wehrten sich und wollten nicht mehr in ihr Gefängnis zurück. Ich hätte heulen können, aber ich sagte zu ihnen: “Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir euch beide unser eigen nennen dürfen.“ Die Hunde verstanden mich natürlich nicht und waren todtraurig als wir dann wieder weg gingen. In der Anmeldung informierten wir uns über die Vorgeschichte der Hunde.

Wir erfuhren, dass sie ein wirklich schweres erbärmliches Leben führen mussten und beschlossen, den beiden ein neues Zuhause bei uns zu geben.

Was wir in der Zwischenzeit mit den beiden erlebten, war alles, nur nicht einfach. Die Wochen vergingen und die beiden stellten lauter >verrückte< Sachen an und brauchten unheimlich lange, bis sie Vertrauen gefasst haben. Jack brachte uns unliebsame “Geschenke“  und Bruno entwickelte sich zu einem Wirbelwind. (Nähere Details werden hier nicht verraten... ) Es war eine harte Zeit, ich glaube, andere hätten die beiden schon nach einer Woche wieder in das Tierheim zurück gebracht! Für uns kam das aber nicht in Frage, wir besuchten dann eine Hundeschule und ab da ging es bergauf.

Bis wir eines Tages unseren Nachtspaziergang machten und wir ein kleines, wimmerndes Häufchen Katze gefunden haben, die anscheinend von einem Auto angefahren worden ist. Ab diesen Moment sollte nichts mehr so sein, wie es einmal war....

Wir machten die Besitzer zwar ausfindig, aber für diese Leute war es >nur<. ein Hof – und Scheunenkater, der nur zum Mäuse fangen gebraucht wurde. Nachdem er jedoch verletzt und zu nichts mehr nutze war und die Erstversorgung beim Tierarzt wahnsinnige fünfundzwanzig Euro gekostet hatte, wollten diese Menschen den kleinen Kater nicht mehr haben, also blieb der arme Kerl halt dann doch bei uns. Was dann noch alles passiert ist, setzt allem voran gegangenen die Krone auf!

* Da es in dieser Welt so viel schlimmes gibt, möchte ich mit diesem Buch auch ausdrücken, dass es sich durchaus lohnt, ein Tier aus dem Tierheim oder aus der Tierhilfe zu nehmen. Unsere Tiere sind uns das wichtigste in unserem Leben. Sie bringen uns zum lachen und machen uns einfach nur glücklich!

* Mein Autorenhonorar möchte ich aber nicht nur für mich in Anspruch nehmen, daher unterstütze ich durch jedes Buch, das über meine Internet-Seite bestellt wird, unsere hiesige Tierhilfe Schweinfurt Stadt & Land e.V. mit einer Spende! 
 

Eure Tierfreundin Sabine Runkel